Hast Du schon mal vom afrikanischen Kimono gehört?

Vor ein paar Jahren habe ich mir eine TED-Rede angehört.

Der Redner war Serge Mouandé, ein Designer.

Er hat in der Rede seine verschiedenen Kreationen vorgestellt.

Die, die mich am meisten faszinierte, war der sogenannte afrikanische Kimono.

Um zu verstehen, wie er darauf gekommen ist, das traditionellste Kleidungsstück Japans mit Stoffen aus Afrika zu fusionieren, muss man ein bisschen weiter ausholen.

Serge Mouandé ist selber in Kamerun geboren, ist in Frankreich aufgewachsen, hat in Australien gelebt,

und lebt jetzt in Japan.

Als er in Japan angekommen ist, hat er sich überhaupt nicht fremd gefühlt.

Er berichtet, keinen kulturellen Schock gehabt zu haben.

Warum?

Er sagt, dass im Grunde die Menschen in Japan wie in Kamerun seien.

Wenn man diese beiden Gesellschaften auf eine tiefere Ebene betrachte, hätten sie vieles Gemeinsames:

Sie haben ein animistisches Denken, das bedeutet, sie attribuieren unbelebten Gegenstände Leben.

Sie haben ein stammesgebundenes Denken.

Der Respekt für die Älteren ist sehr groß.

Es gibt im Alltag zahlreiche Zeremonien für jeden Lebensbereich.

Sie kommunizieren eher indirekt.

Er stellte sich die Frage:

Wie könne er hier schöpferisch schaffen?

Eine neue Kultur schaffen

Seine Aufgabe als Designer betrachtet er als folgende:

„Die Umgebung zu verändern und ihr somit eine neue Narration zu verleihen.“

Und so schuf er den afrikanischen Kimono.

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Er nahm den Wax-Stoff, der in vielen westafrikanischen und zentralafrikanischen Ländern so populär ist und nähte daraus den afrikanischen Kimono.

In diesem Zusammenhang sagt er:

Wenn man es erreicht von der einen Kultur und der anderen Kultur Elemente zu nehmen, gleichzeitig die Codes, die Schönheit und die Qualität beider Kulturen zu respektieren, schafft man es, eine dritte Ästhetik, eine andere Welt, eine andere Öffnung zu schaffen.

Dieser Satz ist unglaublich stark.

Wenn wir diesen Gedanken auf Menschen übertragen, die mit verschiedenen Kulturen aufwachsen, könnte es wie folgt klingen:

Durch das Erleben, Leben oder ins Leben rufen von den Ritualen, Traditionen und Denkweisen aller Kulturen mit denen wir aufwachsen, in denen wir leben, oder mit denen wir in Kontakt sind, rufen wir eine vollkommen neue Kultur ins Leben.

Es entsteht etwas Neues.

Wir lernen, dass wir unsere Kulturenvielfalt als eine Bereicherung sehen sollen-

nicht als ein Hindernis.

Das war das erste, was wir vom afrikanischen Kimono lernen können.

Durch das Fremde die eigene Kultur besser akzeptieren

Es gibt noch einen zweiten schönen Gedanken:

Serge Mouandé erzählt in seiner Rede, was eine seiner japanischen Kundinnen zu ihm gesagt hat.

Sie hätte immer ein Problem gehabt, den traditionellen Kimono zu tragen.

Er sei in der Tat DAS Zeichen vollkommener Schönheit Japans, hätte aber ein Element der Unterwürfigkeit, das ihr missfalle.

Serges Kimono würde sie problemlos anziehen können. Sie sagt:

« J’ai l’impression de vêtir un héritage mondial, j’ai vraiment l’impression d’être transculturel. »

„Ich habe das Gefühl ein Welterbe zu tragen, ich habe wirklich das Gefühl transkulturell zu sein.“

Dies bedeutet, dass es auch Menschen gibt, die sich mit einigen Elementen ihrer eigenen Kultur nicht wohlfühlen.

Aber in dem Augenblick, in dem sie diese Elemente mit etwas Neuem, etwas Fremden mischen, erhält es für sie eine ganz neue Bedeutung,

mit der sie leben können, und die sie sogar begeistert.

Wir können hieraus lernen, dass wir immer danach streben sollten, Kulturaustasche zu haben, offen zu sein, sich mit anderem zu verbinden.

Gibt es Elemente, die uns in unserer eigenen Kultur missfallen?

Versuchen wir Lösungen dafür mit Elementen aus anderen Kulturen zu finden!

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Kultur ist etwas Heikles

Natürlich gibt es immer Menschen, die Kulturmischungen als eine Beleidigung ihrer eigenen Kultur ansehen.

Serge Mouandé berichtet von einer Email eines Herrn, der ihn auffordert,

damit aufzuhören die japanische Kultur zu beschmutzen.

Und Serge hat Recht, wenn er sagt:

Wenn sie die Kultur, die Kulturcodes oder die Identität anrühre, dann rühren Sie etwas sehr Empfindliches, etwas sehr Heikles an.

Das sehen wir ja täglich an der Angst der Menschen ihr eigenes Kulturgut durch Fremde zu verlieren.

Wie wir das lösen können, ist eine andere Frage.

Sei offen und nehme den Kulturaustausch an!

Wie Du siehst, bin ich vom afrikanischen Kimono begeistert.

Nicht nur, weil er toll aussieht, sondern weil er uns hilft, nachzudenken.

Wir schaffen durch unsere Kulturmischung eine komplett neue Kultur.

Wir akzeptieren durch das Hinzufügen von fremden Elementen unsere eigene Kultur besser.

Kommen wir wirklich von daher, wo wir glauben, wo wir herkommen?

…ist eine der letzten Fragen, die Serge stellt.

Im letzten Teil der Rede ermuntert er die Zuschauer dazu, Menschen anzusprechen, die ihnen komplett fremd vorkommen,

mit ihnen zu diskutieren,

und mit ihnen zusammen schöpferisch zu schaffen.

Durch dieses schöpferische Schaffen würde man den Ursprung und den Kern der Universalität erleben, die in uns lebt.

Das war ein wunderbarer Aufruf, dem ich mich nur anschließen kann!

Immer noch genervt von der Frage: Woher kommst du?
Entdecke die Erfahrung mit all Deinen Kulturen den inneren kulturellen Frieden zu finden!
Deine Daten sind bei mir sicher.